Master of Migraine and Headache Medicine
— Der Studiengang

Migräne und Kopfschmerzerkrankungen sind neben Karies die Volkskrankheit Nr. 1

Jedoch werden weniger als 20% der Betroffenen ärztlich versorgt und erhalten eine leitliniengerechte Prävention oder Akuttherapie. Der Bedarf an zeitgemäßer Versorgung ist entsprechend hoch.

Das Wissen um eine präzise Klassifikation, Diagnostik und Therapie ist in den letzten Dekaden massiv erweitert worden, Klinische Studien und eine umfangreiche Grundlagenforschung haben eine solide Evidenz für eine effektive Behandlung von Migräne, primären und sekundären Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen und Kopf- und Gesichtsneuralgien geschaffen. Neben dem individuellen Leid erfordert auch die große gesellschaftliche Bedeutung der Kopfschmerztherapie eine Profilbildung und Schwerpunktsetzung in diesem Bereich. Damit steigt der Bedarf an qualifizierten Migräne- und Kopfschmerzexpert:innen an, die fachübergreifend agieren, aktuelle Forschungsergebnisse kennen und in eine erfolgreiche Kopfschmerzversorgung transferieren können.

Zur Umsetzung dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse bietet die Medizinische Fakultät der Universität zu Kiel in Kooperation mit der Schmerzklinik Kiel vorbehaltlich der ministeriellen Zustimmung ab dem Wintersemester 2021/22 den berufsbegleitenden Masterstudiengang Migraine and Headache Medicine an. Der Studiengang wurde unter der fachlichen Leitung von Herrn Professor Hartmut Göbel entwickelt. Mit einem akademischen Transferkonzept soll er den auf diesem Gebiet berufstätigen Ärzt:innen, Psycholog:innen und Grundlagenwissenschaftler:innen die aktuellen wissenschaftlichen Konzepte und therapeutischen Möglichkeiten vermitteln.

In den Veranstaltungen präsentieren renommierte und hochqualifizierte Dozent:innen einen fachübergreifenden akademischen Wissenskanon zu den verschiedenen Themen der Migräne- und Kopfschmerztherapie, in den Teilnehmer:innen aktiv ihre unterschiedlichen Berufserfahrungen und Fachkenntnisse einbringen können. Die im Curriculum vorgesehene Vielfalt an verschiedenen Lehrformen, öffentlichen Vorträgen, Fallseminaren und Gruppendiskussionen bietet dafür ideale Voraussetzungen. Ein weiteres zentrales Element sind die umfangreichen praktischen Veranstaltungen in ambulanten und klinischen Einrichtungen. Das Studium ist über zwei Jahre organisiert, die Vorlesungen finden an Wochenenden und in Präsenzwochen statt.


Mehrere Mediziner im Fachgespräch

IHRE VORTEILE

  • Berufliche Weiterbildung „on the job"

  • Hochqualifizierte Dozentinnen und Dozenten

  • Optimale Lernerfahrung durch kleine Studiengruppen

  • Anerkannter universitärer Grad 

  • Ideale Vorbereitung auf Positionen im ambulanten und stationären Bereich von Kopfschmerzzentren, in Unternehmen, in Krankenversicherungen, im medizinischen Dienst oder in der Industrie

Die vier Semester

Die Inhalte des Studiums verteilen sich auf drei Semester, in jedem dieser Semester ist ein Klinikpraktikum vorgesehen. Im vierten Semester wird die Masterarbeit erstellt. 

1. SEMESTER >

Im ersten Semester (Grundlagen, Organisation, klinische Abläufe) werden die Grundlagen der Kopfschmerzerkrankungen und der Organisation der Versorgung in einem auf Behandlung von Kopfschmerzen spezialisierten Krankenhaus dargestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Epidemiologie, Klassifikation und Pathophysiologie von Kopfschmerzerkrankungen. Zur Schärfung des Blicks auf die ökonomischen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer frühzeitig zur Kostenstruktur in einem Krankenhaus und den Abrechnungsbedingungen im ambulanten und stationären Sektor informiert. Am Ende des Semesters führen drei Stationstage in die Organisation des klinischen Alltags und in die Tätigkeitsbereiche von Ärztinnen und Ärzten, Schmerztherapeut:innen und Assistenzpersonal ein. Diesem Schritt in die Krankenversorgung geht eine ausführliche Darstellung der Ethik des Verhältnisses zwischen Behandelnden und Patient:innen, der Organisationsethik im Krankenhaus und der Verteilungsgerechtigkeit bei Ressourcenknappheit im Gesundheitswesen voraus.

  • Epidemiologie, Klassifikation und Gesundheitsökonomie von Kopfschmerzerkrankungen

  • Pathophysiologie, Genetik, Komorbiditäten

  • Medizinethik, Organisation der Behandlung, beteiligte Berufsgruppen, klinische Abläufe (Klinikpraktikum)


2. SEMESTER >

Das zweite Semester fokussiert auf die Methoden und Kriterien zur Diagnose der verschiedenen Kopfschmerzerkrankungen. Im Vordergrund steht dabei der fachübergreifende Ansatz mit verschiedenen modernen Methoden. Ein zweites Modul stellt die spezifischen Behandlungs- und Präventionsmethoden für die unterschiedlichen Entitäten der Kopf- und Gesichtsschmerzen dar. Dem schließt sich eine Darstellung der großen Gruppe der sekundären Kopfschmerzerkrankungen an, die als Folge von Erkrankungen in anderen Organsystemen auftreten und als solche von den primären Kopfschmerzerkrankungen getrennt betrachtet werden müssen.

  • Diagnostik und Untersuchungsverfahren

  • Primäre Kopfschmerzerkrankungen: Therapie und Prävention

  • Sekundäre Kopfschmerzen: Pathomechanismen, Diagnostik und Therapie


3. SEMESTER >

Im Fokus des dritten Semesters (Organisation / Strukturen der Kopfschmerzbehandlung und -prävention, Perspektiven für die kommende Dekade) steht die konkrete interdisziplinäre Teamarbeit in Kopfschmerzzentren, die mit zwei Kliniktagen vorgestellt wird. Dem vorangehend werden die Modelle der Teamarbeit erläutert und geübt, sowie auch die Anforderungen zur Leitung eines Projektteams. Die organisatorischen Voraussetzungen für eine effektive Kopfschmerzbehandlung werden mit einem Überblick über das Gesundheitssystem und die verschiedenen Organisationsformen der Kopfschmerzbehandlung dargestellt. Ein Schwerpunkt wird der Selbsthilfearbeit und Education der Patientinnen und Patienten eingeräumt, die eine große Bedeutung bei der Behandlung von Kopfschmerzpatient:innen haben. Am Ende des Semesters steht die Forschung zu Kopfschmerzerkrankungen im Vordergrund. Die Grundlagen und Rahmenbedingungen zur Durchführung klinischer Studien werden vorgestellt und an ausgewählten klinischen Studien erläutert. Gleiches gilt für die experimentelle Forschung und Grundlagenforschung.

Der Studiengang schließt mit einer öffentlichen Perspektivdiskussion ab, in der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Studiengangs ihre Ergebnisse zur Weiterentwicklung der Forschung und Krankenversorgung zu Kopfschmerzen darlegen und mit Expertinnen und Experten auf dem Gebiet diskutieren.

  • Spezielle Kopfschmerztherapie im tertiären Kopfschmerzzentrum

  • Versorgungskoordination, GKV, Selbsthilfearbeit, Public Awareness

  • Klinische und experimentelle Forschung, Perspektiven zur Behandlung und Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Kopfschmerzerkrankungen


4. SEMESTER >

Den Abschluss bildet das vierte Semester, in dem eine Master-Abschlussarbeit angefertigt wird. Das Thema der Arbeit kann sich aus dem persönlichen beruflichen Umfeld ergeben, aber auch frei gewählt werden. Die Dozent:innen des Studiengangs betreuen die Arbeiten individuell und geben die nötigen fachlichen Hilfestellungen.

  • Abschlussarbeit mit einem Thema aus der Berufspraxis


AUF EINEN BLICK

  • Abschluss: Master of Migraine and Headache Medicine (MMHM)

  • Berufsbegleitend über einen Zeitraum von 24 Monaten

  • Beginn zum Wintersemester vorbehaltlich der ministeriellen Zustimmung

  • 15 Präsenzwochenenden und 3 Präsenzwochen (1.-3. Semester)

  • Anfertigung einer Masterarbeit im 4. Semester

  • Hier finden Sie den Flyer

Zwei Mediziner in OP-Kleidung

Gegenstand und Ziel des Studiengangs

Der Studiengang vermittelt fachübergreifend die aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse, Versorgungsgrundlagen und Rahmenbedingungen, die für eine zeitgemäße interdisziplinäre Erforschung, Diagnostik und Therapie von Migräne- und Kopfschmerzerkrankungen relevant sind. Dazu werden folgende zentrale Themen mit einbezogen:

  • Ethische Rahmenbedingungen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten und der Durchführung von Forschungsvorhaben in der Medizin

  • Methoden der Kommunikation bei der Interaktion mit Patientinnen und Patienten und der Arbeit in Projektteams

  • Epidemiologie und Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen

  • Pathophysiologie von Kopfschmerzerkrankungen und aktuelle Forschungsthemen

  • Komorbiditäten von primären und sekundären Kopfschmerzerkrankungen

  • Diagnostik und Untersuchung bei Kopfschmerzerkrankungen

  • Therapie unter Einbezug moderner medizinischer und verhaltenstherapeutischer Verfahren

  • Erfahrung in den ambulanten und stationären Prozessabläufen durch Stationstage

  • Spezielle Kopfschmerztherapie in Form von Hands-On-Trainings

  • Selbsthilfearbeit in der Versorgung von Kopfschmerzpatient:innen und Public Awareness

  • Struktur, Organisation und Kosten der Versorgung von Kopfschmerzpatientinnen und -patienten im Gesundheitssystem, Kostendruck bei Innovationen

  • Perspektiven zur Entwicklung von Diagnostik, Therapie und Versorgung von Kopfschmerzerkrankungen

UNIVERSITÄRER MASTER

  • Master an einer traditionsreichen Universität mit exzellentem fachlichen Ruf

  • Unabhängig vermitteltes Wissen

  • Aktueller Wissensstand auf hohem Niveau und Transfer in verschiedene Berufssituationen

KIEL

  • Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität: langjährige Erfahrung in der Durchführung von berufsbegleitenden universitären Weiterbildungsangeboten

  • Betreuung: Fokus auf Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung in einem Präsenzstudiengang

  • Die große Zahl von Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge und Zertifikate mit positiver Karriereentwicklung zeigt die hohe Qualität der Angebote des ZwW

  • Studium am Meer mit kurzen Wegen und attraktiven Möglichkeiten zum Wechsel zwischen Arbeit und Entspannung

Schematische Karte von Schleswig-Holstein